Zwei Dutzend der Stadtrandsiedlungen von Guatemal-City gelten als
„rote Zonen“, in denen praktisch keine zivile Ordnung mehr existiert.
In den Straßen herrschen Banden, die sogenannten Maras. Bis zu
20.000 Jugendliche sollen in diesen Gangs organisiert sein. Die Banden
geben ihnen, was in ihrem Leben fehlt: Heimat, Zugehörigkeitsgefühl,
Geld, Ansehen und Macht. Der Preis ist hoch: Er besteht zumeist in
einer verlorenen Kindheit und einer geringen Lebenserwartung. Schon
Neunjährige werden als Drogenkuriere eingesetzt, Elfjährige mit Waffen
ausgestattet. Kaum ein Jugendlicher aus den Maras wird älter als 20
Jahre.
Polizisten trauen sich kaum in die Viertel. Nur das bis an die Zähne
bewaffnete Militär greift gelegentlich durch. Die Klassifizierung der
„roten Zonen“ ist ein Freibrief für Menschenrechtsverletzungen – auch
seitens der staatlichen Institutionen.
...